Sonntag, 13. Juli 2014

Michelle a cappella für SATB

Für unser Ensemble Klangfarben (Luise Dirnhirn, Rita König, Martin Baumann, Sepp Biesenberger) habe ich ein (vielleicht ein wenig verwegenes) Arrangement von "Michelle" geschrieben. Klick auf die folgenden Noten öffnet – aus Copyrightgründen – einen Ausschnitt einer Aufnahme mit dem Ensemble:


Wenn jemand an der ganzen Aufnahme oder den Noten des Arrangements interessiert ist, können wir sicher was arrangieren ...

Kaiser/Gerlitz, Arrangieren und Instrumentieren: 1. Am Anfang war der Rhythmus - Die "Neue Beule": Der Bossa Nova

Nach längerer Zeit habe ich wieder im Kaiser/Gerlitz weitergearbeitet. Hier sind meine Lösungen zu den Übungen 1.27 und 1.28: Menuett als Bossa, einmal mit nackter Begleitung, einmal als Arranger's Piano. Klick auf die Noten öffnet jeweils ein simples MP3-Rendering.


Das folgende voll-akkordige Arrangement war nicht so leicht, wie ich dachte: Das "closed voicing" oder, um beim deutschen Ausdruck zu bleiben, die enge Lage habe ich an manchen Stellen übersehen, was unerwartete "Löcher" im Klang erzeugt. Im folgenden Arrangement sind hoffentlich alle diese Löcher mit Terzen gestopft, mit Ausnahme der von Kaiser/Gerlitz "vorgegebenen Löcher" am jeweils ersten Schlag von Takt 2 und 3; das "Loch" im Takt 4 hab ich dann schon mit einer Terz auf Schlag 2 ergänzt:

Montag, 7. Juli 2014

"Konstruktionskanon" auf "It don't mean a thing ..."

Während der Konstruktion dieser zwei kleinen Kanons ist mir dann (natürlich) die Zeile "It don't mean a thing if it ain't got that swing" eingefallen – und ich wollte auch auf dieses "Motto des Swing" einen Kanon schreiben. Tatsächlich ist allerdings nicht ein wirklicher Kanon entstanden, sondern eine etwas komplizierte Konstruktion: Ich habe neun viertaktige Phrasen erfunden, die nach einem vorgegebenen "Fahrplan" von fünf Stimmen zu einem 96 Takte langen "Swing-Gewebe" zusammengebaut werden. Wenn alle fünf Stimmen ununterbrochen singen, müssten summa summarum
5 · 96 / 4 = 120 Phrasen
gesungen werden. Tatsächlich setzen allerdings vier Stimmen versetzt wie bei einem Kanon ein, und die oberste Stimme nimmt als Solopart nur etwa die Hälfte der Zeit am harmonischen Zusammenspiel teil, sodass insgesamt "nur" 97 Phrasen gesungen werden. Das bedeutet aber, dass jede der 9 "Konstruktionsphrasen" im Mittel ungefähr elfmal in der Gesamtkomposition auftaucht; tatsächlich kommen allerdings die zwei Phrasen G und I nur je zweimal, die Phrase F dagegen 26-mal vor! Solche Wiederholhäufigkeiten sind sogar noch größer als in einem üblichen Kanon (wenn man ihn nicht gerade bis zum Erbrechen im Kreis singt), und insofern ist das Ergebnis eben doch eine Art Kanon:


Die eigentliche Komposition war eine längere "Arbeit am Reißbrett": In diesem Fall mit einer Textdatei, wo ich zuerst die möglichen Paarungen der neun Teile aufgeschrieben habe – denn nicht alle Teile gehen mit allen zusammen! Insbesondere wird das as des F-Teiles im Zusammenklang mit dem H-Teil plötzlich als gis eines E-Dur-Dreiklanges aufgefasst, was dann nur mit dem I-Teil zusammengeht ...

Einiges Hin- und Herschieben der Teile hat dann zu einer Konstruktion geführt, wo nicht zu viele parallele Stimmen laufen (bis auf den Schluss, wo das Stück gewollt unisono ausklingt).
  • Hören kann man dieses Stück in der zweiten Hälfte (ab 2:40) des MP3, das in dem Posting mit den zwei MP3-Kanons verlinkt ist (und auch hinter der Notengrafik oben).
  • Die Noten für dieses Stück habe ich bisher nur in Form des kompakten "Konstruktionsplans" geschrieben: "Noten" als PDF-Datei. Für das praktische Singen ist es aber sicher notwendig, sie linear hintereinander je Stimme aufzuschreiben, sonst schafft man das "Nachkonstruieren" während des Singens vermutlich nicht ... muss ich noch machen.

Zwei Swing-Kanons

Auch auf einer S-Bahn-Fahrt habe ich zwei kurze Swing-Kanons mit jeweils vier mal vier Takten geschrieben. Mein Ehrgeiz war, nicht nur normale I-IV-V-Harmonien mit einem triolischen Rhythmus zu unterlegen – "das kann ja jeder" –, sondern tatsächlich Jazz-Harmonien zu erzeugen, dabei aber eine singbare Melodie zu erreichen.

Die Ergebnisse sind hier zu hören – Klick auf die Noten öffnet eine MP3-Datei mit computergeneriertem "Gesinge" (an die zwei Kanons schließt ein weiteres Stück an, über das ich in einem weiteren Posting schreibe).


Über zwei Eigenheiten des erstens Kanon (oder Erkenntnisse an ihm?) habe ich in diesem und diesem Posting geschrieben.

Hier sind die Dateien noch einmal einzeln zum Herunterladen:

"Heute begegnet mir Dein Wort" für SSAB und Klavier

Nach "Here Comes Jesus" wollte ich mich an einem besinnlicheren Text versuchen. Gudrun Probul hat einige Gebetstexte verfasst, die ich mir dankenswerterweise anschauen durfte (und darf – einige warten noch immer darauf, dass sich in mir eine dazu passende, tragfähige Idee entwickelt).

Beim kurzen Gebet "Heute begegnet mir Dein Wort" habe ich einen ziemlich analytischen Ansatz versucht: Sieben Melodien habe ich mir für den Textanfang überlegt, schlussendlich dann zwei ganz verschieden durchkomponiert. Die eine, "klassischere" hat Rita für den Chor ausgewählt, und wir, d.h. der evangelischen Kirchenchor Grafing, haben sie unlängst beim Sommerkonzert in Zinneberg aufgeführt (die zweite wird hier kurz vorgestellt).

Update: Nun ist hier die Aufnahme von Konzert in Zinneberg verfügbar (im Hintergrund singt teilweise fröhlich ein Besucher mit ...)!

Hier ist der Anfang der Komposition. Ein Klick darauf öffnet die MP3-Datei der Aufnahme unseres Konzerts in Zinneberg Anfang Juli 2014:


Hier ist der Text von Gudruns Gebet – er ist aber in der Aufnahme sehr gut verständlich:
Heute begegnet mir Dein Wort
ganz neu und wie für mich allein.
Heute finde ich Dich im Zwiegespräch
und Deine Worte fallen in mich
wie Tautropfen in die Wüste.

"Here comes Jesus" für SATB mit Klavier-Intro

Meine erste Komposition für Chor war ein Spiritual, für das ich während einer S-Bahn-Fahrt Melodie samt Arrangement geschrieben habe – und auf der nächsten S-Bahn-Fahrt den Text (der dann aber noch für die Aufführung in der Adventszeit etwas angepasst wurde): "Here comes Jesus".

Mit Klick auf den folgenden Notenausschnitt kommt man zur MP3-Datei der Aufführung unseres evangelischen Kirchenchors Grafing beim Adventskonzert 2013 in Zinneberg:


Ich denke, dass man hört, dass der Chor schon einiges Vergnügen mit diesem Lied hatte ...

Samstag, 5. Juli 2014

"Du gibst uns Antwort" für SSAB-Chor und eine Klavier-Bassstimme

Mein "Here Comes Jesus" hat dem Chor wohl gefallen – als nächstes haben Rita und ich unseren SängerInnen allerdings das "kunstvolle" "Heute begegnet mir ..." zugemutet.
Ich denke daher, dass es nötig ist, wieder etwas "leichtere Muse" zu schreiben. Hier ist "Du gibst uns Antwort":


Das Charakteristische des Stücks ist in den ersten zwei Dritteln – im "fragenden Teil" des Textes – der Akkord aus gestapelten Quarten und die danach folgende fallende Leiter. Im "tröstenden" zweiten Teil bleibt davon nur diese Leiter übrig, zwischen denen nun einfache Mollakkorde und, in der letzten Steigerung, ein verminderter Septakkord "beruhigendere Töne" überbringen.

Meine "privaten Vorgaben" für das Stück waren außerdem:
  • Ich wollte meinem Ehrgeiz frönen, Themen zu erfinden, die nicht aus vier Takten bestehen.
  • Der Text sollte deutsch sein. Allerdings ist der Text noch deutlich verbesserungswürdig; wenn jemand Vorschläge hat, wie man diverse "so", "nur" wegkriegt oder auch die Aussage geraderückt, wäre ich dankbar!
  • Ein "leicht lässiger" Swing-Rhythmus sollte das ganze Stück "sympathisch" machen.
Insgesamt ist das Stück über drei Minuten lang – zur Verkürzung kann man jedenfalls eine Strophe weglassen (dadurch kommt der Refrain nur zweimal vor, einmal am Anfang und einmal in der Mitte).

Im Klavier habe ich nur teilweise Bassfiguren als Gegenmelodie – häufig auch nur Gegenrhythmus – zu den Gesangsstimmen notiert. Ein begleitender Pianist muss den Rest der Begleitung improvisierend ausfüllen (vielleicht schreibe ich einmal zumindest die Akkorde oder auch eine durchgehende Begleitung dazu, wenn mich wer fragt ...).