Mittwoch, 29. Oktober 2014

"hmm_ShowRanges" - ein Noteworthy-Composer-2-User-Tool zum Überprüfen von Tonumfängen

Inhaltsübersicht

  1.   Überblick
  2.   Beispiel 1
  3.   Beispiel 2
  4.   Regeln für Bereichsakkorde
  5.   Beispiel 3
  6.   Beispiel 4

Überblick


Ich habe ein kleines Werkzeug ("User Tool", in Noteworthy-Nomenklatur) erstellt, das prüft, ob Noten in einem System vorgegebene Tonumfänge überschreiten. Ich hätte das schon vor Jahren schreiben sollen, weil es beim Prüfen von Chor- und anderen Arrangements enorm hilft. Aus irgendeinem Grund habe ich bis vorgestern gewartet, um mir (die wenigen nötigen Stücke von) PHP beizubringen und mich auf die kleinen Algorithmen zu konzentrieren ...

Natürlich verwende ich in dem Programm vorhandene Ideen und Programme – ich stand sozusagen "auf den Schultern von Riesen": Die Idee für das Tool ist schon grob im adp_Ranges-Skript aus dem "NWC2 User Tool Starter Kit" verwirklicht; in meinem Code baue ich auf Noteworthys nwc2clips-PHP-Bibliothek auf: Besten Dank an die jeweiligen Autoren!

Mein Tool kann hier als ZIP-Datei heruntergeladen werden. Es erfordert die vorherige Installation des "NWC2 User Tool Starter Kit", das man hier finden kann. Zur Installation des Tools bitte die Noteworthy-Dokumentation konsultieren!

Im folgenden gebe ich einen kurzen Überblick, wie man das Tool verwendet. Alle folgenden Beispiele verwenden eine ziemlich sinnfreie Melodie, die zu allem Überfluss (nein: um Eigenschaften des Tools zu zeigen) auch noch mittendrin einen Bassschlüssel sowie am Ende komische Akkorde enthält:

Beispiel 1


Im einfachsten Fall will man alle Noten außerhalb eines bestimmten Bereichs markieren – etwa jene, die außerhalb des Stimmumfangs eines Sängers oder einer Chorstimme liegen.
Die folgenden Schritte zeigen, wie man das prüft:
  1. Man schreibt ganz am Anfang des Systems einen "Bereichsakkord" (oder "Tomumfangsakkord") – in diesem Beispiel einfach eine Oktav. In der Praxis wird man diese Bereichsakkorde mit "Visible: Never" versehen, aber hier habe ich ihn einmal sichtbar gelassen, um den Effekt der Prüfung zu zeigen:
  1. Als nächstes markiert man das ganze System ab dem Bereichsakkord:
  1. Und nun ruft man das Tool auf (Alt-F8, dann Tool auswählen und anklicken; wenn man es als letztes schon ausgeführt hat, dann reicht auch Alt-T E für "Tools → Repeat").
Hier sieht man das Ergebnis (nachdem man die Selektion aufgehoben hat): Alle Noten außerhalb der Oktav sind mit rot markiert, also so wie der "Bereichsakkord":
Der Bereichsakkord hat also einen Bereich beschrieben, innerhalb dessen die Noten nicht verändert werden. Dabei werden die Noten des Bereichsakkords noch zum Bereich gezählt, weil das bei Tomumfangsangaben – sowohl von Singstimmen wie auch von Instrumenten – so üblich ist. Alle Noten oberhalb des c" und unterhalb des c' werden markiert.

Wie man sehen kann, funktioniert das Tool auch bei Schlüsseln innerhalb der Notenzeile korrekt, und auch bei Akkorden mit Notenhälsen in beiden Richtungen (was intern etwas kompliziert ist ...).

Und mit Ctrl-Z (Undo) kann man all die Färbereien wieder zurücknehmen, sodass der nächste Ausdruck noch immer schwarz-weiß aus dem Drucker herauskommt!

Beispiel 2


Hier ist ein weiteres Beispiel, diesmal mit zwei Bereichen:
  • Der innere Bereich geht vom eingestrichenen e zum h'; er ist z.B. der Bereich, in dem man anstrengungslos spielen oder singen kann.
  • Der äußere Bereich, vom c' zum e", beschreibt z.B. den Gesamtbereich, den mit mit dem Instrument spielen kann. Sie sollen eine Art von Markierung erhalten.
Noten außerhalb dieser Bereiche sind überhaupt nicht spielbar und sollen anders markiert werden:
Hier ist das Ergebnis, nachdem alle Noten markiert wurden und das Tool ausgeführt wurde:
Man sieht, dass die Noten innerhalb des inneren Bereichs unverändert sind, die Noten innerhalb des äußeren Bereichs dreieckige, rosafarbene Notenköpfe erhalten, schließlich die Noten außerhalb der Bereiche runde rote Notenköpfe bekommen.

Regeln für Bereichsakkorde


Vor den weiteren zwei Beispielen fasse ich hier die Regeln für das Schreiben von Bereichsakkorden zusammen:
  • Ein Bereichsakkord muss eine gerade Anzahl von Noten enthalten.
  • Die zwei äußersten Noten (also die höchste und die tiefste) bestimmen der äußersten Bereich. Sie müssen daher gleichen Notenkopf und gleiche Farbe haben.
  • Wenn man diese äußersten Noten entfernt, gibt es wieder zwei äußerste, die nun den nächsten Bereich bestimmen. Daher müssen sie auch wieder gleichen Notenkopf und gleiche Farbe haben.
  • Und diese "Schalen von Bereichen" können nun so weitergehen (aber ich habe bisher höchstens drei ineinandergeschachtelte Bereiche benötigt).
  • Die tiefen Noten zweier Bereiche dürfen auch gleich sein (dazu kommt gleich ein Beispiel), die oberen allerdings nicht (weil der Algorithmus für das Finden der Bereiche sonst zu kompliziert wäre).
  • Bereichsakkorde können jede beliebige Sichtbarkeit ("Visibility") haben. Wie oben erwähnt, wird man sie in der Praxis unsichtbar machen ("Visibiliy: Never").
Wenn der erste Akkord in der Auswahl diese Bedingungen nicht erfüllt, dann macht Tool vermutlich "irgendwas": In manchen Fällen wird es den nächsten Akkord als Bereichsakkord zu interpretieren versuchen, vielleicht macht es aber auch was anderes ... die Fehlerbehandlung ist nicht sehr ausführlich. Mit Ctrl-Z ("Undo") kommt man aber immer zum vorherigen Zustand zurück!


Beispiel 3


Bereiche müssen, wie beschrieben, sauber "verschachtelt" sein (siehe aber Beispiel 4, was man tut, wenn das nicht so ist!), aber die untere Note zweier Bereiche kann dieselbe sein. Das ist für die Bereichsangaben einiger Instrumente wie Violine oder B-Klarinette sinnvoll, wo der tiefste mögliche Ton auch ein "bequemer" Ton ist. Im folgenden Beispiel beginnen innerer und äußerer Bereich beide beim c'. Wenn man den Bereichsakkord mit ganzen Noten darstellt, dann sieht man diese beiden Bereichsgrenzen auch schön nebeneinander (bei kleineren Notenwerten werden die Köpfe von Noteworthy übereinandergelegt). Zur Abwechslung ist der äußere Bereich hier giftgrün:
Und hier ist das Ergebnis nach Markierung aller Noten und Ausführung des Tools:

Beispiel 4


Manchmal muss man zu verschiedenen Zwecken mit ganz verschiedenen Bereichen prüfen. Ein Beispiel könnte die Prüfung einer Klarinettenstimme auf "Register" sein, zusätzlich zur übergreifenden Prüfung des Tonumfangs. Dazu kann man am Anfang des Systems mehrere Bereichsakkorde angeben – der, der als vorderster markiert wird, steuert die Bereichsprüfung. Ein Problem dabei wäre, dass mitmarkierte Bereichsakkorde (z.B. der zweite, wenn man mit dem ersten prüft) geändert werden – aber das Tool ist so nett, dass es Akkorde mit Sichtbarkeit "Never" nicht ändert. Hier sind zwei Prüfakkorde ...
... das Ergebnis, wenn man alle Noten auswählt, also mit dem ersten Akkord prüft (der zweite, unsichtbare, wird nicht verändert!), ...
... und das Ergebnis bei der Prüfung mit dem zweiten Akkord:

Das ist das Ende meiner Beschreibung des "hmm_ShowRanges"-User-Tools. Wenn es außer mir noch jemand hilft, würde mich das freuen!

Samstag, 26. Juli 2014

Kaiser/Gerlitz, Arrangieren und Instrumentieren: 2. Besetzungen 1 - Klassische Instrumentation

Nach längerer Zeit sind hier zwei weitere Lösungen für Instrumentationsaufgaben aus dem Kaiser/Gerlitz: Zuerst ein Mozart-Menuett, dann das Trio eines (anderen) Mozart-Menuetts.

Beim Menuett habe ich längere Zeit mit dem Soundfonts des Sonatina Symphony Orchstra gekämpft, bis ein (für Demo-Zwecke) akzeptabler Klang herausgekommen ist – ein Klick auf die Noten spielt das MP3 meiner Version.


Für das Trio aus KV 103, Nr.3 gibt es auch eine Orchstrierung von Mozart – entsprechenden Bammel hat man davor, das selber zu instrumentieren. Hier ist mein Ergebnis – wieder startet ein Klick auf die Noten eine MP3-Wiedergabe:


Der Vergleich mit Mozart ist z.B. anhand dieser Aufnahme möglich, wo das Trio von Minute 1:04 bis 1:45 erklingt.

Meine Beurteilung:
  • Meine Instrumentierung ist schwerfälliger, "wichtiger", "nicht so leichtfüßig". Nicht so gut.
  • Ich will zu viel "Action" – auch lange Liegetöne sind eine
  • Dass Holzbläser das "-ta-ta" einer Begleitung aufnehmen können, habe ich erst nach dem ersten Teil in der Musterlösung "gespickt". Im zweiten Teil hab ich's dann verwendet, allerdings noch etwas heftiger (dam-da-da-dam).
  • Das "Registerwechseln" ist noch nicht in meinem Repertoire: Hoch beginnen, die leisen Stellen eine Oktave tiefer nehmen ...
  • ... und beim Blick auf die Noten sehe ich das "versprengte" h' in den 2. Violinen (erster Takt der letzten Zeile): Nicht schön. Besser wäre eine ordentliche Auflösung zu einer c"-Achtel im nächsten Takt; der Rest kann dann so bleiben. Alternative:: g', weil die Oboen ja das h' schon spielen.
Nun ja. Beim nächsten Mal dann hoffentlich besser.

Sonntag, 13. Juli 2014

Heute begegnet mir Dein Wort, 2. Vertonung

Wie schon erwähnt, habe ich "Heute begegnet mir Dein Wort" von Gudrun Probul ein zweites Mal vertont – diesmal ohne Klavierbegleitung, im geraden Takt und mit vielen Septimen in den Akkorden.

Hier ist der Anfang des Stückes zu sehen, die MP3-Datei (zu hören beim Klick auf die Noten) ist nur "computerstimmig" – bis jetzt haben sich noch keine Aufführenden gefunden:


Hier sind die Dateien einzeln:

Kaiser/Gerlitz, Arrangieren und Instrumentieren: 2. Besetzungen 1 - Das musizierende Klassenzimmer

Das erste Kapitel im Kaiser/Gerlitz habe ich nun abgeschlossen, auch wenn ich nicht alle Übungen gemacht habe (aber zumindest einige mehr, als ich hier veröffentliche). Nun geht's in das nächste Thema, das ich eigentlich so richtig lernen muss: "Besetzungen", also Instrumentieren.

Orff-Instrumentarium interessiert mich gar nicht, daher habe ich mich gleich an den Abschnitt "Oder darf es etwas poppiger sein?" gewagt. Statt vom vorgebenen Pop-Klavier-Arrangement bin ich von meinem eigenen Arrangement ausgegangen und habe es, wie gefordert, der Reihe nach um
  • Keyboard (Aufgabe 11)
  • Saxophon (Aufgabe 12)
  • Backing Vocals (Aufgabe 13)
  • Bass (Aufgabe 14)
  • und zuletzt Drumset (Aufgabe 15)
erweitert. Eine MP3-Aufnahme liegt nur hinter den letzten Noten (oder kann hier angehört werden).

Aufgabe 11


Aufgabe 12


Aufgabe 13


Aufgabe 14


Aufgabe 15

Anklicken der folgenden Bilder öffent ein MP3.


Ganz nette Kaufhausmusik ...

Kaiser/Gerlitz, Arrangieren und Instrumentieren: 1. Am Anfang war der Rhythmus - Die Pop-Ballade

Der letzte Abschnitt im ersten Kapitel von Kaiser/Gerlitz ist überschrieben mit "Pop-Ballade". Hier sind meine Lösungen für die Aufgaben 32, 34 und 35. Klick auf die Noten lädt jeweils ein simples MP3-Rendering.

Bei der ersten Aufgabe ist eine reine Begleitstimme gefragt:


In der Aufgabe 34 soll diese Begleitung mit einer "beruhigten" Melodiestimme des Menuetts ein vollständiges Musikstück bilden:


Mindestens einen Fehler hat dieses Arrangement: Im Takt 4 bleibt es plötzlich hängen. Das ist im Kaiser/Gerlitz im Aufgabentext notiert – aber vielleicht habe ich ja auch das "usw.", das dort steht nicht ernst genug genommen. In der Musterlösung von Kaiser/Gerlitz ist übrigens das Viertel-d durch zwei Achtel g+d ersetzt ...

Zuletzt wird noch ein "komplexeres" Begleitmuster vorgeschlagen, das man zum vollständigen Stück ergänzen soll. Hier ist meine Lösung:


Allerdings meine ich, dass man in Wirklichkeit in der Wiederholung mehr Figurationen einsetzen sollte: Der Sechzehntel-Auftakt zur Wiederholung gibt eigentlich ein "Clayderman-Feeling" vor, das im Folgenden einzulösen wäre.

Michelle a cappella für SATB

Für unser Ensemble Klangfarben (Luise Dirnhirn, Rita König, Martin Baumann, Sepp Biesenberger) habe ich ein (vielleicht ein wenig verwegenes) Arrangement von "Michelle" geschrieben. Klick auf die folgenden Noten öffnet – aus Copyrightgründen – einen Ausschnitt einer Aufnahme mit dem Ensemble:


Wenn jemand an der ganzen Aufnahme oder den Noten des Arrangements interessiert ist, können wir sicher was arrangieren ...

Kaiser/Gerlitz, Arrangieren und Instrumentieren: 1. Am Anfang war der Rhythmus - Die "Neue Beule": Der Bossa Nova

Nach längerer Zeit habe ich wieder im Kaiser/Gerlitz weitergearbeitet. Hier sind meine Lösungen zu den Übungen 1.27 und 1.28: Menuett als Bossa, einmal mit nackter Begleitung, einmal als Arranger's Piano. Klick auf die Noten öffnet jeweils ein simples MP3-Rendering.


Das folgende voll-akkordige Arrangement war nicht so leicht, wie ich dachte: Das "closed voicing" oder, um beim deutschen Ausdruck zu bleiben, die enge Lage habe ich an manchen Stellen übersehen, was unerwartete "Löcher" im Klang erzeugt. Im folgenden Arrangement sind hoffentlich alle diese Löcher mit Terzen gestopft, mit Ausnahme der von Kaiser/Gerlitz "vorgegebenen Löcher" am jeweils ersten Schlag von Takt 2 und 3; das "Loch" im Takt 4 hab ich dann schon mit einer Terz auf Schlag 2 ergänzt: